Wohnungslosenhilfe
Stadt ohne Obdach


Stadt ohne Obdach
Zwischen Dezember 2004 und Sommer 2007 arbeiteten die Stadt Herford und
viele Träger und Einrichtungen in Herford an der »Entwicklung
eines trägerübergreifenden Hilfesystems für wohnungslose und
von Wohnungslosigkeit bedrohte Haushalte«. Kurz und bündig nennen
wir dieses große gemeinsame Projekt, an dem die Diakoniestiftung maßgebend
beteiligt ist, »Stadt ohne Obdach.«
Die Ziele sind so einfach wie ehrgeizig: Die Zahl der in Notunterkünften
untergebrachten Menschen soll gesenkt und möglichst alle städtischen
Obdachlosenunterkünfte sollen geschlossen werden. Um dies zu erreichen,
sind Angebote notwendig, um den ‚Nachzug’ in die Obdächer,
also die Entstehung von Obdachlosigkeit, zu verhindern.
Konzept für eine »Stadt ohne Obdach«
Zu den Trägern, die eine beispielhafte Kooperationsvereinbarung
abschlossen, gehören neben der Stadt Herford der Kreis Herford
als örtlich zuständiger Sozialhilfeträger, die Arbeitsgemeinschaft
(ARGE) im Kreis Herford, die WWS Wohn- und Wirtschafts-Service GmbH,
der Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Herford, der Herforder Mittagstisch
e.V., der VAB e.V., sowie schließlich die Evangelische Diakoniestiftung
Herford mit dem Sozialberatungsdienst als dem Hauptanbieter
persönlicher Hilfen für wohnungslose Menschen.
Aus dem Modellprogramm »Wohnungslosigkeit vermeiden – dauerhaftes
Wohnen sichern« förderte das Land NRW die Begleitung des
Planungsprozesses durch die Bremer
GISS (Gesellschaft für innovative
Sozialplanung und Sozialforschung e.V.).
Fachliche Bilanz & Planungen [PDF | 670 KB]
Abschlussbericht Stadt ohne Obdach [PDF | 1 MB]
Das Gesamthilfesystem im Überblick
Heute verfügt das Herforder Hilfesystem über eine Vielzahl abgestimmter Angebote.
Hilfen zur Wohnungssicherung und Prävention
Die »Fachstelle
für Wohnungserhalt und -sicherung bei der
Stadt Herford« verhindert Wohnungsverluste. Dazu kann
sie Mietschulden übernehmen oder die Schuldenübernahme bei
der ARGE Herford veranlassen. Ein Sozialarbeiter sucht Menschen auf,
deren Wohnung gefährdet ist und bietet persönliche Unterstützung
an.
Kontakt: Stadt Herford Fachstelle für Wohnungserhalt und Wohnungssicherung,
Ingrid Ambratis, Telefon 05221-189429
Fachstelle Wohnungslose
Die »Fachstelle für Wohnungslose« beim Sozialberatungsdienst der Ev. Diakoniestiftung Herford kümmert sich um alle Menschen, die akut wohnungslos sind. Bei Bedarf sorgt sie umgehend für die Unterbringung in einer Clearingunterkunft.
Clearing- und Interimsunterkunft
Niemand soll unversorgt auf der Straße leben müssen. Deshalb werden nach wie vor Unterbringungsmöglichkeiten vorgehalten. Sie dienen aber nur der kurzfristigen Versorgung – um schnell nach einer guten Lösung zu suchen und um Zeiten des Übergangs zu überbrücken, z.B. weil eine Wohnung noch nicht frei ist. Der Zugang erfolgt über die beiden Fachstellen.
Unterkunft für junge Wohnungslose
Der Verein JUSA e.V. betreut eine Unterkunft, in der junge Menschen zwischen 18 und 21 Jahren untergebracht werden und ein jugendspezifisches Beratungsangebot erhalten. Der Zugang erfolgt ebenfalls über die Fachstellen.
Wohnungsakquise
Für wohnungslose Menschen sollen möglichst schnell angemessene
Wohnungen gefunden werden. Mit der Wohnungssuche ist eine städtische
Mitarbeiterin beauftragt.
Kontakt: Stadt Herford, Silvia Tötemeier, Telefon 05221-189711
Projekt »Menschen ziehen um«
Das vom Land NRW beim Sozialberatungsdienst geförderte Projekt versorgt Menschen dauerhaft mit Wohnraum, die bereits viele Jahre in einer Notunterkunft gelebt haben und neben der Wohnung viel weitere Unterstützung benötigen. Die Stadt Herford hat Mittel für den Umbau eines Hauses bereitgestellt, in das fünf der 12 Personen einziehen können.
Weiterführende persönliche Hilfen nach dem Achten Kapitel SGB XII
Manchmal ist besonders viel persönliche Hilfe nötig, um einen Wohnungsverlust dauerhaft zu verhindern oder die Zeit nach dem Wiedereinzug zu bewältigen. Der Verein VAB e.V. betreut Haushalte nach ihrem Übergang aus dem Obdach in Normalwohnraum weiter. Der Sozialberatungsdienst der Ev. Diakoniestiftung Herford bringt das gesamte ausdifferenzierte Spektrum seiner Hilfen mit in das Gesamthilfesystem ein: Stationäre und dezentrale Hilfen, teilstationäre Wohnangebote, Ambulant Betreutes Wohnen, die Beratung und den Tagesaufenthalt.
Du mußt nicht nur für Dich, sondern auch für andere leben, denn für andere leben heißt, für sich selbst leben.
(Nikolaus v. Myra)



diakoniestiftung-herford.de Internet: www.diakoniestiftung-herford.de