Fachtag „Assistierter Suizid“
PalliativNetz und Ev. Diakoniestiftung fördern sachlichen Diskurs
Das PalliativNetz und die Ev. Diakoniestiftung haben einen Fachtag zum Thema "Assistierter Suizid" initiiert, um dem wachsenden öffentlichen und gesellschaftlichen Diskussionsbedarf zu begegnen. Ziel der Veranstaltung war es, den aktuellen Stand der ethischen und rechtlichen Debatte in Deutschland in den Mittelpunkt zu stellen und Raum für den Austausch zu schaffen.
„Es gehört zu unserem Selbstverständnis als diakonischer Träger, uns den schwierigen Fragen des Lebens und Sterbens zu stellen. Als Stiftung, die der Nächstenliebe und unserem christlichen Auftrag verpflichtet ist, wollen wir hierfür eine klare, fundierte Haltung entwickeln“, erklärte Dr. Edda Weise, Vorstandssprecherin der Stiftung, zur Begrüßung. Neben den Grußworten von Kreisdirektor Markus Altenhöner und dem Superintendenten des Kirchenkreises Herford, Dr. Olaf Reinmuth, stand die Expertise aus Recht, Ethik und Praxis im Fokus des Tages.
Als Hauptreferent gab Prof. Dr. Alfred Simon von der Akademie für Ethik in der Medizin in Göttingen, einen detaillierten Überblick über die aktuelle Rechtslage in Deutschland. Er verdeutlichte die Spannungsfelder zwischen dem Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen und der Schutzpflicht der Institutionen. In den anschließenden Fach-Workshops wurden verschiedene Perspektiven der Begleitung am Lebensende vertieft. So widmete sich Pfarrer i. R. Detlef Stüwe dem seelsorgerischen Dialog und sprach über einen tröstlichen, lebensbejahenden Umgang mit Sterbewünschen. Kirsti Gräf vom Trauerinstitut der Pfeifferschen Stiftungen Magdeburg thematisierte die psychosoziale Begleitung bei Trauer sowie die Bewältigung von Verlustangst, während Dr. Gernot Heusinger von Waldegg, Chefarzt am Evangelischen Krankenhaus Köln-Kalk, die spezifischen Bedürfnisse sterbender alter Menschen aus Sicht der Akutgeriatrie beleuchtete. Ergänzend dazu diskutierte Dr. Petra Küpper-Weyland, Vorsitzende von PalliativNetz Kreis Herford, wie die Verfügbarkeit des assistierten Suizids die tägliche Arbeit in der Palliativmedizin beeinflusst.
Der Fachtag stieß auf eine durchweg positive Resonanz und bot den Teilnehmenden wertvolle Impulse für ihre tägliche Arbeit in der Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen.

