Arztpraxen in Herford gesucht

Videosprechstunden als Chance für eine bessere Kommunikation zwischen Praxen und Einrichtungen der Ev. Diakoniestiftung Herford

Die Ressourcen im Gesundheits- und Pflegebereich sind begrenzt. Nichts hat das so deutlich spürbar gemacht wie die Corona-Pandemie: die begrenzten Kapazitäten auf Intensivstationen, verschobene medizinische Eingriffe, geschlossene Hausarztpraxen oder der Ausfall von Pflegekräften, die in Quarantäne mussten. 
Mit dem Sonderprogramm „Zugänge erhalten – Digitalisierung stärken“ hat die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW darauf reagiert. Neue, digitale Strukturen der Träger der Freien Wohlfahrtspflege sollen auch in Krisenzeiten die Menschen erreichen und ihnen weiterhin optimale Angebote ermöglichen.
Die Ev. Diakoniestiftung Herford hat im Rahmen dieses Sonderprogramms eine Förderung erhalten, um in ihren Einrichtungen die technischen Voraussetzungen zu schaffen, Videosprechstunden in Kooperation mit Arztpraxen anzubieten. Wichtige Partner in diesem Projekt waren von Beginn an das MuM Medizin und Mehr in Bünde sowie das Gesundheitsamt des Kreises Herford. 
Das MuM als Ärztenetz im Kreis Herford engagiert sich seit vielen Jahren im Bereich der Weiterentwicklung der Telemedizin und hat selbst mit elVi eine Plattform für Videosprechstunden entwickelt. Der Kreis Herford hat ein großes Interesse, die hausärztliche Versorgung zu verbessern. Mit der Digitalisierung, auch in Form der Videosprechstunde, ist die Hoffnung verbunden, die beste-henden Arztpraxen zu entlasten, personelle und zeitliche Ressourcen einzusparen, weil vieles schneller und einfacher geht. Kreis-Gesundheitsdezernent Norbert Burmann: „Eine Videosprechstunde kann den persönlichen Arztkontakt nicht ersetzen. Dennoch bieten die technischen Möglichkeiten eine Ergänzung in der Versorgung, um längere Fahrtzeiten auf Seiten der Patientinnen und Patienten sowie Hausärzte zu vermeiden. Dies wollen wir als Kreis Herford auch zukünftig unterstützen.“
Die Videosprechstunde ermöglicht es auch bei akuten Fragen oder Beschwerden kurzfristig einen „virtuellen Hausbesuch“ durchzuführen. Benötigt werden lediglich eine Internetverbindung und ein Laptop, Tablet oder Smartphone mit Kamera und Mikrofon. Die Arztpraxis lädt per Mail zur Sprechstunde ein. Die Mitarbeitenden in der Einrichtung stellen durch Klicken auf den Link über den Browser die Verbindung zur Ärztin bzw. zum Arzt her. Jetzt können Fragen zur Patientin/zum Patienten geklärt sowie unklare Befunde und Medikationen per Kamera begutachtet werden. Neben solchen aktuellen Anlässen, können auch regelmäßige Hausbesuche in den Einrichtungen „virtuell“ durchgeführt wer-den. Dabei werden nur Plattformen genutzt, die die hohen Anforderungen an den Datenschutz erfüllen und von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung geprüft und zugelassen sind. 
In den Einrichtungen der Ev. Diakoniestiftung Herford wurden die WLAN-Netzwerke ausgebaut und die Mitarbeitenden in der Nutzung der Videosprechstunde geschult. Die ersten Erfahrungen mit Arztpraxen in Spenge und Herford zeigen, dass die Videosprechstunde für die Kommunikation der Praxen mit den Einrichtungen tatsächlich eine sinnvolle Ergänzung zu den regulären Hausbesuchen sind. 
Jetzt gilt es weitere Arztpraxen als Kooperationspartner zu gewinnen. Die Ev. Diakoniestiftung Herford möchte das Angebot ausbauen und sucht dafür weitere Praxen im Raum Herford, die an der Nutzung der Videosprechstunde für ihre Patientinnen und Patienten in den Einrichtungen interessiert sind. 


Ansprechpartner für das Projekt:
Thorsten Kroll
Tel.: 05221 - 9149-62 
thorsten.kroll@diakoniestiftung-herford.de 

 

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